Offene Schule Babenhausen (Joachim-Schumann-Schule)
Integrierte Gesamtschule des Landkreises Darmstadt-Dieburg
Ganztagsschule mit besonderer pädagogischer Prägung

  • Blick vom Innenhof auf das Haupttreppenhaus bei Dämmerung

  • Ruhebereich hinter dem Nord-Flügel zur Gersprenz hin

  • Blick auf den Süd-Flügel vom Innenhof

  • Innenhof

  • Jahrgangsbereich im 2. OG

  • Bibliothek der Joachim-Schumann-Schule

  • Blick vom Süd-Flügel auf den Schulhof

  • Foyer im Haupteingangsbereich

  • Blick auf den Nord-Flügel

  • Monumentalgemälde "My New York City" frei nach Rizzi, gemalt vom WPF-Kurs von Frau Schilling des 8./9. Jahrgangs

Gnade und Gnadenlosigkeit – Ein Projekt der OSB im Jahr des Reformationsjubiläums

„Was ist Gnade heute?“, fragten Schüler und Schülerinnen des 10. Jahrgangs im Fach Religion im 1. Halbjahr 2017. Gnade im religiösen Kontext klingt für heutige Ohren etwas aus der Zeit gefallen, es ist ein Wort wie aus einem alten Religionsschrank, etwas für fromme Menschen, aber im Alltagsbewusstsein nicht mehr gebräuchlich, so der erste Eindruck von Schülerinnen und Schülern. „Heute geht es weniger um Gnade, heute will man sein Recht.“

An den Randbereichen des Rechts gibt es sie noch, die Gnade: Wenn man ein Gnadengesuch stellt, um Begnadigung bittet, wenn Gnade vor Recht gewährt wird, zum Beispiel, wenn der Schulabschluss gefährdet ist, wenn eine Gnadenfrist eingeräumt wird, wenn auf dem Gnadenhof das Gnadenbrot gewährt wird…

Die Schülerinnen und Schüler fanden heraus: Gnade ist ein Wort für Mitgefühl, das es neben dem Druck zu Leistung und zum Funktionieren gibt. Gnade ist ein Wort, das Bewahrung meint bei Versagen und Scheitern, ein Wort, das erlöst aus Verstrickungen und Irrwegen. Sie entdeckten: Gnade wird einfach so gewährt, sie verfolgt keinen Nutzen und Zweck und deshalb geht es bei ihr auch nicht um die Fragen: „Was bringt es mir oder was hab ich davon?“ Sie bemerkten, dass Gnade ein Geschenk ist, wozu es keine Verpflichtung gibt, etwas Freiwilliges, weshalb sie etwas mit Freiheit zu tun hat und mit all den anderen schönen Begriffen mit denen man sie noch ausdrücken kann:
Gratia (lat.) bedeutet: Dank, Milde, Wohlwollen, Gunst, Versöhnung, Liebe, Hilfsbereitschaft, Güte, Treue, aber auch Grazie, Schönheit, Liebreiz, Charme, Freude. Die Bedeutungsspanne ist ein Feuerwerk der Liebe und Freiheit und Erlösung im Leben.

Aber was ist Gnade heute in unserer oft gnadenlosen Welt? –
Es entstanden viele Gnaden-Geschichten, ausgedacht oder erlebt und aufgeschrieben und zu großen Bildern gestaltet von Schülerinnen und Schülern. Sie handeln von der Aussöhnung mit der eigenen Familie, vom mühsamen Kampf um die Frage: „Wer bin ich in Wahrheit?“
Sie beschreiben den Kampf um das Leben eines Kindes und die  überwältigende Erfahrung des  Geschenks des Lebens. Jugendliche fragen: „Was bedeutet Teilen und Helfen in einer armen Welt, in der nur das Mehr und das Haben scheinbar gelten?“
Es entstanden Bilder, die „Ungnädig“ mit „Gnädig“ kontrastieren.  Skulpturen wurden modelliert, die Gnade als Angewiesenheit und Angenommensein darstellen.

Sola gratia: allein aus Gnade – Inbegriff reformatorischer Erkenntnis. Für Martin Luther und seine Zeit war dies die zentrale Frage überhaupt: Wie bekomme ich einen gnädigen Gott? Wie schaffe ich es, dass mein Leben am Ende nicht verworfen wird? Das Heil von Gott geschenkt, gratis, umsonst.

Aus dem anfänglich sperrigen Begriff Gnade, erschloss sich ein weiter Raum. Spürbar wurde ein Mehr an Liebe, an Mitgefühl und Barmherzigkeit. Erlebbar wurde ein anderer Blick gegen den Augenschein in unseren Alltagserfahrungen und ein Ja zu unserem Leben, das einfach geschenkt und in Milde gelebt werden darf. Ich denke, Luther hät’s gefreut.

Ruth Selzer-Breuninger

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