Offene Schule Babenhausen (Joachim-Schumann-Schule)
Integrierte Gesamtschule des Landkreises Darmstadt-Dieburg
Ganztagsschule mit besonderer pädagogischer Prägung

  • Blick vom Innenhof auf das Haupttreppenhaus bei Dämmerung

  • Ruhebereich hinter dem Nord-Flügel zur Gersprenz hin

  • Blick auf den Süd-Flügel vom Innenhof

  • Innenhof

  • Jahrgangsbereich im 2. OG

  • Bibliothek der Joachim-Schumann-Schule

  • Blick vom Süd-Flügel auf den Schulhof

  • Foyer im Haupteingangsbereich

  • Blick auf den Nord-Flügel

  • Monumentalgemälde "My New York City" frei nach Rizzi, gemalt vom WPF-Kurs von Frau Schilling des 8./9. Jahrgangs

Schülervortrag am Volkstrauertag 2019

Vortrag, gehalten am Volkstrauertag, 17.11.2019, auf dem Babenhäuser Friedhof

 

Vorbereitet und mitgewirkt haben:

Beste Yenyl, Antonia Conti, Jordis Glawion, Franka Hefter, Giancarlo Mereu, Paul Meuer Phillip Weigel, Bastian Feller, Ben Meixner, Daniel Schreeck, Nils Spatar, Kim Friele, Benjamin Spitzer

Vorgetragen haben:

Jordis Glawion, Benjamin Spitzer, Kim Friele, Ben Meixner

I.

Liebe Anwesende,

wir sind Schüler und Schülerinnen der Joachim-Schumann-Schule Babenhausen, die zusammen an diesem Vortrag gearbeitet haben und wir wollen uns heute erinnern. Erinnern an den Krieg, erinnern an unsere Fahrt nach Niederbronn, an den Besuch der deutschen Kriegsgräberstätte und des Konzentrationslagers Struthof. Wir wollen uns mit Ihnen erinnern. Eindrücke und tiefsitzende Erinnerungen mit Ihnen teilen. Obwohl wir selbst keinerlei Erinnerungen an diese unmenschliche Zeit haben, führte der Besuch einer solchen Gedenkstätte zu Gefühlen und Eindrücken. Diese können wir auch auf heute beziehen. Der Krieg ist noch Realität und Trauer und Leid sind alltäglich. Wir haben viele Eindrücke gesammelt die uns ein Leben lang erhalten begleiten werden.

Wir führen Ihnen nun die Eindrücke und Gefühle einiger Zeitzeugen des 2. Weltkrieges vor Augen.

II.

Wir haben unsere Großeltern und Urgroßeltern nach der Zeit des 2. Weltkrieges befragt.

Wir haben sie nach ihren Erinnerungen und nach prägenden Erfahrungen gefragt. Alle schildern, sie hatten während des Krieges sehr große Angst um ihr Leben und um das Leben ihrer Familien. Der Krieg erschien den Menschen endlos. Sie waren geplagt von Hunger, Entbehrungen und Todesängsten.

Ein Opa berichtete auch wie es bei uns in der Umgebung war. In Aschaffenburg konnte man wochenlang nicht aus dem Haus. Schwere Luftangriffe hatten die Stadt zerstört. 1943/44 wurden Teile von Aschaffenburg evakuiert, wobei viele ihre zerstörten Wohnungen und Häuser verlassen mussten.

Zitat des Opas: Nie wieder Krieg. Krieg kann man nicht verstehen. Es gibt keine logische Erklärung.

Und ein anderer alter Mensch, Ludwig Arras, der den Krieg als Soldat erlebt hat, aus unserer Umgebung, hat die eindringlichen Worte geprägt: „Es ist ein Menschenmorden ohne Sinn, es bleibt nichts. Es bleibt nichts – auch dem Sieger nicht.“

III. Nazan

Wir haben in der letzten Woche mit einer Schülerin aus unserer Schule gesprochen. Ihr Name ist Nazan. Sie ist 12 Jahre alt.

Sie verbrachte 10 Tage im Kriegsgebiet in der Türkei. Eigentlich wollte sie nur Urlaub bei Verwandten verbringen. Doch ihr Pläne wurden durchkreuzt. Denn es war die Zeit in der die Türkei in Syrien einmarschierte. Nazan wurde unfreiwillig Teil dieses Kriegsgeschehens. Sie sprach von Bomben, Schüssen und der Angst vor dem Tod. Sie erzählte, wie sie bei einem Spaziergang, den sie mit ihrer Mutter machte, das Weinen einer Frau hörte.

Ob es Neugier oder der Drang zu helfen und zu trösten war, auf jeden Fall lief sie dorthin, wo das Weinen herkam. Als sie dort ankam sah sie eine Mutter mit ihren zwei Kindern im Arm. Die beiden Mädchen waren 5 und 8 Jahre alt.

Die unmittelbare Konfrontation mit dem Tod der beiden unschuldigen Mädchen versetzte Nazan in einen Schockzustand. Seither gehen Nazan diese Bilder nicht mehr aus dem Kopf. Selbst im Schlaf wird sie von Albträumen geplagt.

Ihre Botschaft ist: Krieg ist traurig, schlimm, erschreckend und ohne Sinn.

IV.

Die letzten Minuten haben sicherlich einige von Ihnen berührt. Vieles davon was Sie gehört haben, hat vielleicht Ähnlichkeiten zu Ihrer eigenen Familiengeschichte oder Ihren selbst erlebten Erinnerungen. Es gibt keine europäische Familie, an der der Krieg spurlos vorübergegangen ist. Ob durch das Einziehen in die Armee, die Bombardierung deutscher Städte oder Verfolgung und Vertreibung aus dem Heimatland, irgendwie hat der Krieg alle getroffen.

 

So etwas wie damals sollte nie wieder passieren, da sind sich fast alle einig. Es ist aber eine Utopie anzunehmen, dass der einfache Wunsch nach Frieden diesen auch herbeiführt. Denn Krieg ist nichts, auf das man aus historischer Sicht zurückblicken kann, sondern eine Sache, die real ist, die hier und heute vielfach auf der Welt passiert.

 

Wir in Deutschland haben bei solchen Themen eine unglaublich kurze Aufmerksamkeitsspanne. Ist der Krieg aktuell, wird in den Medien groß darüber berichtet und die Menschen sind erschüttert über die Vorgänge in fernen Ländern. Aber ist das Ereignis aus den Medien, vergessen viele schnell, dass der Konflikt keineswegs gelöst ist, sondern nur im Stillen weitertobt.

 

Vielleicht liegt das daran, dass die meisten sich fragen, was ein Krieg in tausenden Kilometern Entfernung mit uns und unseren alltäglichen Beschäftigungen und Gedanken zu tun hat.

 

Diese Frage ist aber von Grund auf falsch. Krieg hat immer etwas mit uns zu tun. Das wird uns umso mehr vor Augen geführt, wenn wir Geschichten wie diese von Nazan hören. Auch hier in Babenhausen erleben Menschen wie sie den Krieg hautnah, wenn sie zum Urlaub machen in ein eigentlich friedliches Land gekommen sind.

 

Wir müssen uns alle dafür einsetzen, dass das in Deutschland nicht auch passiert. Genau deswegen ist es wichtig sich mit voller Überzeugung gegen Strömungen zu stellen, die den Frieden gefährden. Leider wiederholt sich gerade so vieles was wir eigentlich nach diesen schrecklichen Ereignissen besser wissen müssten.

 

Sie erinnern sich garantiert noch an den Anschlag vor einem Monat in Halle bei dem ein 27jähriger Deutscher am wichtigsten jüdischen Feiertag Jom Kippur versucht hatte, in eine Synagoge gewaltsam einzudringen, in der 51 Menschen das Fest der Versöhnung feierten. Nachdem er gemerkt hatte, dass er durch die massive Synagogenpforte nicht ins Innere gelangen konnte, wurden zwei Menschen vor einem Kebab-Restaurant Opfer seiner Gewalt.

Sollte es nicht eigentlich alarmierend für unsere Gesellschaft sein, wenn Hass auf andere offen zum Ausdruck gebracht wird? Ja, das sollte uns schockieren, denn vom Hass auf einzelne werden immer alle getroffen!

 

Wir alle wissen um unsere Vergangenheit und wir alle sind uns unserer Verantwortung bewusst, die die Geschichte uns aufgebürdet hat. Wir sind nicht schuldig an den Ereignissen vor 80 Jahren, aber wir sind es schuldig, den Opfern an Tagen wie diesen zu gedenken und mit unserem Handeln dafür zu sorgen, dass so etwas wie damals nicht mehr möglich ist.

 

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